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Grundlagen24. September 2026 um 18:314 Min. Lesezeit

Intime Gespräche mit KI-Chatbots: So schützen Sie persönliche Daten

Ruhiger Schreibtisch mit Notizbuch, Brille und Laptop
Symbolbild

In 30 SekundenViele Menschen besprechen Gesundheit, Finanzen oder Beziehungen mit KI-Chatbots. Behandeln Sie solche Gespräche nicht wie ein vertrauliches Gespräch und entfernen Sie Angaben, die Sie oder andere Personen erkennbar machen.

KI-Chatbots sind jederzeit erreichbar und wirken oft geduldig und wertfrei. Eine aktuelle Umfrage zeigt jedoch, dass viele Menschen sehr persönliche Dinge eingeben, obwohl sie den Anbietern beim Datenschutz nicht vollständig vertrauen.

Was das für Sie bedeutet

Nach einer von Proton veröffentlichten Umfrage haben 68 Prozent der befragten Chatbot-Nutzer in Deutschland bereits mindestens ein sensibles Thema mit einer KI besprochen. Dazu gehören psychische Gesundheit, Finanzen, Partnerschaft, Arbeit, Sexualität, Geheimnisse und familiäre Konflikte.

Für die Untersuchung wurden zwischen dem 22. Juli und dem 2. August 2026 insgesamt 4.014 aktive Nutzer von KI-Chatbots in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA befragt. Die Ergebnisse stammen damit aus einer einzelnen Untersuchung eines Softwareanbieters und sind kein Beweis dafür, dass sich alle Menschen genauso verhalten.

Die Beliebtheit ist nachvollziehbar. Ein Chatbot ist rund um die Uhr verfügbar, hört scheinbar geduldig zu und reagiert nicht mit sichtbarer Verlegenheit. Freunde und Familie bleiben laut der Untersuchung trotzdem die wichtigste Anlaufstelle für sensible Themen.

Ein Chatbot ist aber kein vertrauliches Gegenüber wie ein nahestehender Mensch. Ihre Eingaben werden von einem technischen Dienst verarbeitet. Abhängig vom Anbieter und von den gewählten Einstellungen können Gespräche gespeichert, ausgewertet oder zur Verbesserung der Systeme verwendet werden.

Genau hier besteht eine Lücke zwischen Bequemlichkeit und Vertrauen. Rund 40,5 Prozent der Befragten hatten wenig oder gar kein Vertrauen darin, dass die Unternehmen vertrauliche Daten ausreichend schützen. 51 Prozent befürchteten, dass aus Gesprächen Werbe- oder Marketingprofile entstehen könnten, und 43 Prozent sorgten sich um die Verwendung ihrer Aussagen für das Training neuer KI-Systeme.

Besonders heikel sind Angaben, die eine Person eindeutig erkennbar machen. Dazu zählen vollständige Namen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, Kontodaten sowie Versicherungs- oder Kundennummern. Auch eine Kombination aus Wohnort, Arbeitgeber, Alter und einer ungewöhnlichen Lebenssituation kann genügen, um jemanden zu erkennen.

Denken Sie außerdem an andere Menschen. Wenn Sie einen Streit, eine Krankheit oder ein Familienproblem schildern, können darin persönliche Informationen über Angehörige, Nachbarn oder Kollegen stecken. Ändern Sie Namen und unwichtige Einzelheiten, bevor Sie einen Chatbot um allgemeine Hinweise bitten.

Bei Gesundheit, Geld oder Krisen kommt ein weiteres Problem hinzu: KI-Antworten können überzeugend klingen und trotzdem falsch oder unpassend sein. Ein Chatbot kennt Ihre vollständige Situation nicht und ersetzt keine ärztliche, psychologische oder finanzielle Beratung. Bei akuter Gefahr oder einer persönlichen Krise sollten Sie sich direkt an einen Menschen oder eine geeignete Hilfsstelle wenden.

Das können Sie jetzt tun

  1. Geben Sie keine eindeutigen Daten ein: Lassen Sie Namen, Adressen, Geburtsdaten, Kontoangaben, Versicherungsnummern, Passwörter, PINs und TANs vollständig weg.

  2. Beschreiben Sie die Lage allgemein: Schreiben Sie zum Beispiel „eine Person aus meiner Familie“ statt Name, Alter, Wohnort und genauer Beziehung.

  3. Prüfen Sie die Einstellungen des Dienstes: Suchen Sie nach Optionen zum Speichern des Chatverlaufs, zur Nutzung für das Training und zum Löschen vorhandener Unterhaltungen.

  4. Kontrollieren Sie ältere Gespräche: Löschen Sie Chats mit sehr persönlichen Angaben, soweit der Anbieter diese Möglichkeit bereitstellt, und prüfen Sie auch gespeicherte Erinnerungen oder Personalisierungen.

  5. Holen Sie bei wichtigen Entscheidungen menschlichen Rat ein: Nutzen Sie KI höchstens zur Vorbereitung und prüfen Sie Aussagen bei einer passenden Fach- oder Beratungsstelle.

Weitere verständliche Hinweise zum Schutz persönlicher Daten finden Sie in unserem Ratgeber. Wenn Sie nach einem Gespräch verdächtige Nachrichten erhalten oder versehentlich Zugangsdaten weitergegeben haben, hilft Ihnen die Übersicht unter Notfall bei den nächsten Schritten.

Daran erkennen Sie riskante Eingaben

  • Der Text enthält Angaben, mit denen Sie oder eine andere Person direkt kontaktiert werden können.
  • Sie würden sich unwohl fühlen, wenn der vollständige Gesprächsverlauf von einem fremden Menschen gelesen würde.
  • Sie fügen Briefe, Befunde, Rechnungen oder Bildschirmfotos mit Namen und Nummern unverändert ein.
  • Sie schildern Geheimnisse oder Konflikte anderer Personen mit vielen konkreten Einzelheiten.
  • Sie verlassen sich bei einer wichtigen Gesundheits- oder Geldentscheidung ausschließlich auf die Antwort des Chatbots.

Eine einfache Regel hilft: Geben Sie einem KI-Chatbot nur Informationen, die Sie auch in anonymisierter Form einer unbekannten Beratungsstelle zeigen würden. Je weniger echte Namen, Nummern und unverwechselbare Einzelheiten enthalten sind, desto geringer ist das Risiko bei Speicherung, Auswertung oder einem späteren Datenabfluss.

Datenschutzorientierte Angebote können bessere Voreinstellungen oder klarere Zusagen bieten. Laut Umfrage würden 71 Prozent der Teilnehmenden einen entsprechend ausgerichteten Chatbot bevorzugen. Prüfen Sie trotzdem vor der Nutzung, welche Daten tatsächlich gespeichert werden, denn die Bezeichnung allein ist noch keine verständliche Erklärung der Datenverarbeitung.

Quellen

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben. Er ist keine Rechtsberatung. Bei Verdacht auf einen laufenden Schaden hilft die Notfall-Anleitung.

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