Android erleichtert den sicheren Wechsel des Passwortmanagers

In 30 SekundenAndroid kann Passwörter und Passkeys künftig direkt zwischen unterstützten Passwortmanagern übertragen. Dadurch entfällt der unsichere Umweg über eine ungeschützte Exportdatei.
Google führt für Android eine direkte Übertragung zwischen Passwortmanagern ein, die den Wechsel deutlich einfacher und sicherer machen soll. Zum Start unterstützen der Google Passwortmanager, 1Password, Bitwarden und Dashlane die neue Funktion.
Was das für Sie bedeutet
Ein Passwortmanager bewahrt Ihre Zugangsdaten verschlüsselt auf und setzt sie auf Wunsch bei der Anmeldung ein. Dadurch müssen Sie sich nicht jedes Passwort merken und können für jedes Konto ein eigenes, starkes Passwort verwenden.
Bislang war der Wechsel zu einem anderen Anbieter oft umständlich. Passwörter mussten häufig in eine Datei exportiert und danach in die neue App eingelesen werden.
Solche Exportdateien liegen oft als einfache Textdatei auf dem Smartphone. Wer Zugriff auf diese Datei erhält, kann möglicherweise sämtliche darin gespeicherten Benutzernamen und Passwörter lesen.
Die neue Android-Funktion vermeidet diesen Zwischenschritt. Der Wechsel beginnt in der neuen Passwortmanager-App, die Android anschließend mit der bisherigen App verbindet.
Sie wählen dort aus, von welchem Passwortmanager die Daten kommen sollen. Danach prüfen und erlauben Sie die Übertragung in der bisherigen App, bevor Android die Zugangsdaten weitergibt.
Der Austausch erfolgt laut Google zwischen den beteiligten Apps auf demselben Gerät. Android soll dabei verhindern, dass unberechtigte Apps die ungeschützten Zugangsdaten erhalten.
Übertragen werden können nicht nur klassische Passwörter, sondern auch Passkeys. Ein Passkey ist eine moderne Anmeldemethode, bei der Sie sich beispielsweise mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder der Gerätesperre anmelden, ohne ein herkömmliches Passwort einzugeben.
Gerade Passkeys ließen sich bisher nicht einfach über eine normale Datei umziehen. Ihr geheimer Bestandteil soll den geschützten Bereich des Passwortmanagers nicht unverschlüsselt verlassen.
Die neue Übertragung setzt nach Angaben von Google mindestens Android 8 voraus. Ob sie bei Ihnen bereits erscheint, hängt zusätzlich davon ab, ob die alte und die neue Passwortmanager-App den gemeinsamen Standard unterstützen.
Bestätigt ist bisher, dass der Google Passwortmanager, 1Password, Bitwarden und Dashlane zum Start beteiligt sind. Weitere Anbieter sollen folgen, doch ein vollständiger Wechsel ist deshalb noch nicht mit jeder beliebigen App möglich.
Beim Import in den Google Passwortmanager verlangt Android eine eingerichtete Gerätesperre. Das kann eine Geräte-PIN, ein Muster oder ein Fingerabdruck sein; abhängig von der bisherigen App kann außerdem eine zusätzliche Bestätigung erforderlich werden.
Bereits vorhandene Passwörter legt der Google Passwortmanager nach den vorliegenden Angaben nicht noch einmal an. Trotzdem sollten Sie nach dem Wechsel einige wichtige Konten prüfen, bevor Sie die bisherige App löschen.
Die Neuerung ist kein Grund, sofort den Anbieter zu wechseln. Sie ist vor allem hilfreich, wenn Sie mit Ihrem bisherigen Passwortmanager unzufrieden sind, ein Abonnement beenden möchten oder künftig alle Zugangsdaten in einer anderen App verwalten wollen.
Das können Sie jetzt tun
- Aktualisieren Sie Android und beide Passwortmanager über den offiziellen App-Shop, bevor Sie einen Wechsel beginnen.
- Öffnen Sie den neuen Passwortmanager und suchen Sie dort nach einer Funktion wie Importieren, Kopieren oder Zugangsdaten übertragen.
- Prüfen Sie sorgfältig den angezeigten Namen der bisherigen App und erlauben Sie die Übertragung nur bei einem von Ihnen selbst gestarteten Vorgang.
- Testen Sie nach dem Umzug wichtige Zugänge wie E-Mail, Kundenkonten und soziale Netzwerke, ohne die bisherige App sofort zu entfernen.
- Löschen Sie eine eventuell früher angelegte Passwort-Exportdatei erst nach erfolgreicher Kontrolle auch aus dem Papierkorb oder Download-Ordner.
Falls die direkte Übertragung noch nicht angeboten wird, warten Sie besser auf die Unterstützung durch beide Apps. Exportieren Sie Ihre gesamte Passwortsammlung nicht aufgrund einer unerwarteten Nachricht, einer Werbung oder einer telefonischen Aufforderung.
Eine echte Übertragung wird von Ihnen innerhalb der beteiligten Apps gestartet. Niemand vom Kundendienst benötigt dafür Ihre Passwörter, Ihre Geräte-PIN oder einen Bestätigungscode.
Weitere Hinweise zum sicheren Umgang mit Zugangsdaten finden Sie in unserem /ratgeber. Wenn Sie prüfen möchten, ob ein verwendetes Passwort bereits bekannt geworden ist, können Sie außerdem den /werkzeuge/passwort-check nutzen.
Daran erkennen Sie einen sicheren Wechsel
- Sie starten den Vorgang selbst in der neu installierten Passwortmanager-App.
- Android zeigt Ihnen die auf dem Gerät unterstützten Quell-Apps zur Auswahl an.
- Die bisherige App fordert Sie zur Prüfung und ausdrücklichen Freigabe auf.
- Es wird keine Passwortliste per E-Mail, Messenger oder Cloud-Link versendet.
- Niemand verlangt von Ihnen die Weitergabe einer PIN, eines Passworts oder eines Bestätigungscodes.
Quellen
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben. Er ist keine Rechtsberatung. Bei Verdacht auf einen laufenden Schaden hilft die Notfall-Anleitung.