Direkt zum Hauptinhalt springen
Notfall: Ich wurde gerade betrogen oder gehackt
Sofort-Hilfe
Ansicht:
← Aktuelles
Grundlagen05. August 2026 um 21:183 Min. Lesezeit

iCloud Private Relay: Forscher melden mögliche Datenschutzlücken

Ruhiger Schreibtisch mit Notizbuch, Brille und Laptop
Symbolbild

In 30 SekundeniCloud Private Relay soll die IP-Adresse und andere Verbindungsdaten beim Surfen verschleiern. Sicherheitsforscher berichten nun von mehreren Wegen, über die solche Daten dennoch sichtbar werden könnten.

Apples kostenpflichtiger Datenschutzdienst iCloud Private Relay schützt nach Angaben von Sicherheitsforschern nicht in jedem Fall vor der Weitergabe von IP-Adressen und DNS-Daten. Einen einfachen Weg, die beschriebenen Lücken zu umgehen, gibt es nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht.

Was das für Sie bedeutet

Private Relay ist eine Zusatzfunktion von Apple. Sie soll verhindern, dass eine einzelne Stelle sowohl Ihre Identität als auch die von Ihnen besuchten Internetseiten erkennen kann.

Dabei spielt die IP-Adresse eine wichtige Rolle. Sie wird Ihrem Internetanschluss vorübergehend zugeteilt und kann Hinweise auf Ihren ungefähren Standort sowie Ihren Internetanbieter geben.

Auch sogenannte DNS-Daten sind betroffen. DNS funktioniert vereinfacht wie ein Telefonbuch: Ihr Gerät fragt darüber nach, unter welcher technischen Adresse eine Internetseite erreichbar ist.

Die Sicherheitsforscher Tommy Mysk und Talal Haj Bakry beschreiben mindestens drei Möglichkeiten, mit denen Webseiten nach ihrer Einschätzung Schutzmechanismen umgehen können. Ursache sollen Funktionen sein, die Apple in sein Browser-System WebKit eingebaut hat.

WebKit ist der technische Unterbau von Safari. Die Forscher nennen Funktionen aus iOS 18, iOS 26 und iOS 26.4 als Ausgangspunkt der beschriebenen Probleme.

Nach dem Bericht könnten nicht nur iPhones betroffen sein. Die Beobachtungen sollen auch für iPads und Macs sowie für andere sogenannte Proxy-Dienste gelten, die Internetverbindungen über einen zwischengeschalteten Dienst leiten.

Bestätigt ist bisher, dass die Forscher entsprechende technische Wege beschrieben haben. Aus der Meldung geht jedoch nicht hervor, dass diese Möglichkeiten bereits in großem Umfang gegen Privatpersonen eingesetzt werden oder dass dadurch Passwörter, Bankdaten oder persönliche Nachrichten gestohlen wurden.

Die mögliche Weitergabe einer IP-Adresse oder DNS-Anfrage ist trotzdem ein Datenschutzproblem. Eine Internetseite oder ein eingebundener Werbedienst könnte dadurch mehr über Ihre Verbindung erfahren, als Sie beim eingeschalteten Private Relay erwarten.

Das bedeutet aber nicht, dass Ihr gesamter Internetverkehr offen mitgelesen werden kann. Verschlüsselte Webseiten übertragen Inhalte wie Formulare oder Nachrichten weiterhin geschützt; die beschriebene Meldung betrifft vor allem Informationen über die Verbindung und mögliche Rückschlüsse auf besuchte Internetadressen.

Nach Einschätzung der Forscher sind normale VPN-Verbindungen von den drei beschriebenen Wegen nicht betroffen. Ein VPN leitet die Verbindung durch einen anderen Anbieter, ist aber kein vollständiger Unsichtbarkeitsschutz; zudem ist bereits länger bekannt, dass einzelne Apple-Dienste einen solchen Tunnel umgehen können.

Sie müssen Private Relay deshalb nicht überstürzt abschalten oder sofort einen VPN-Dienst kaufen. Private Relay kann weiterhin Schutz bieten, erfüllt nach Darstellung der Forscher aber möglicherweise nicht in jeder Situation das erwartete Schutzniveau.

Das können Sie jetzt tun

  1. Prüfen Sie unter den iCloud-Einstellungen Ihres Apple-Geräts, ob Sie Private Relay verwenden, damit Sie wissen, ob die Meldung Sie überhaupt betrifft.

  2. Installieren Sie kommende Aktualisierungen für iPhone, iPad und Mac zeitnah, auch wenn derzeit noch kein konkretes Sicherheitsupdate gegen die beschriebenen Wege genannt wurde.

  3. Vermeiden Sie für besonders vertrauliche Vorgänge unbekannte Internetseiten und öffnen Sie Bank, Versicherung oder Verwaltung möglichst über deren offizielle App oder eine selbst eingegebene Adresse.

  4. Lassen Sie sich nicht von Werbung zu einem überstürzten VPN-Kauf drängen, denn auch solche Dienste verlangen Vertrauen und bieten keinen lückenlosen Schutz.

  5. Nutzen Sie bei Unsicherheit unseren /ratgeber oder das /hilfezentrum, um die Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen Ihres Geräts in Ruhe zu prüfen.

Daran erkennen Sie es

Die beschriebenen Datenabflüsse sind im Alltag nicht ohne Weiteres sichtbar. Eine Webseite zeigt normalerweise keinen Warnhinweis an, wenn sie Ihre IP-Adresse oder DNS-Informationen erhält.

  • Private Relay finden Sie auf unterstützten Geräten in den Einstellungen Ihres Apple-Kontos im Bereich iCloud.
  • Ein Schloss-Symbol im Browser zeigt eine verschlüsselte Verbindung an, sagt aber nichts darüber aus, ob Ihre IP-Adresse verborgen bleibt.
  • Werbeanzeigen für angeblich zwingend notwendige Schutzprogramme sind kein Beleg dafür, dass Ihr Gerät konkret betroffen ist.

Warten Sie daher auf weitere Informationen und mögliche Aktualisierungen von Apple. Bis dahin ist es sinnvoll, Private Relay als zusätzliche Datenschutzschicht zu betrachten, aber nicht als Garantie für vollständige Anonymität.

Quellen

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben. Er ist keine Rechtsberatung. Bei Verdacht auf einen laufenden Schaden hilft die Notfall-Anleitung.

Weitere Beiträge

Hat Ihnen diese Seite geholfen?

Eine kurze Rückmeldung genügt. Wir speichern dabei keinen Namen und keine E-Mail-Adresse.