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Grundlagen02. August 2026 um 17:094 Min. Lesezeit

Smart Glasses: So schützen Sie sich vor unbemerkten Aufnahmen

Ruhiger Schreibtisch mit Notizbuch, Brille und Laptop
Symbolbild

In 30 SekundenModerne Datenbrillen können Bild und Ton aufnehmen, obwohl sie wie gewöhnliche Brillen aussehen. Ein Verbot wird geprüft, ist aber bisher nicht beschlossen.

Smart Glasses sind Brillen mit eingebauter Kamera, Mikrofon und Computerfunktionen. Weil einige Modelle kaum von normalen Brillen zu unterscheiden sind, wächst auch in Deutschland die Sorge vor unbemerkten Aufnahmen.

Was das für Sie bedeutet

Wer eine solche Brille trägt, kann Fotos und Videos aus der eigenen Blickrichtung aufnehmen. Manche Modelle unterstützen außerdem eine sogenannte künstliche Intelligenz, kurz KI. Diese kann zum Beispiel Texte übersetzen oder Fragen zu dem beantworten, was die Kamera gerade sieht.

Das Problem: Andere Menschen erkennen möglicherweise nicht, dass eine Kamera auf sie gerichtet ist. Bei den Meta-Brillen soll ein kleines Licht am Rand anzeigen, wenn fotografiert oder gefilmt wird. Nach Einschätzung des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Thomas Fuchs fällt dieses Licht im Alltag jedoch nicht deutlich genug auf. Seine Behörde hat die Brillen getestet. Der ausführliche Prüfbericht war zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht veröffentlicht.

Die Brillen können zudem Ton aufnehmen. Nach Auswertungen der Bundesdatenschutzbeauftragten reicht das Mikrofon bei Meta-Brillen bis zu etwa zwei Meter weit. Damit könnten auch persönliche Gespräche erfasst werden.

Die Tagesschau berichtet von einer Frau, die am Hamburger Alsterufer angesprochen und dabei unbemerkt mit einer solchen Brille gefilmt wurde. Einige Tage später entdeckte sie das Video auf TikTok. Der Fall zeigt: Eine scheinbar harmlose Unterhaltung kann ohne Wissen der betroffenen Person aufgenommen und anschließend im Internet veröffentlicht werden.

Bestätigt ist bisher, dass Datenschutzbehörden die Technik kritisch prüfen. Ein allgemeines Verbot von Smart Glasses in Deutschland besteht nach den vorliegenden Meldungen noch nicht. Die Bundesnetzagentur prüft laut heise das weitere Vorgehen. Offen ist vor allem, ob das kleine Aufnahmelicht ausreicht, damit die Brille eindeutig als Kamera erkennbar ist.

Grundsätzlich hat jeder Mensch ein Recht am eigenen Bild. Gegen den eigenen Willen angefertigte oder verbreitete Aufnahmen können Persönlichkeitsrechte verletzen. Die genaue Bewertung hängt jedoch von der Situation ab. Nach Darstellung der Tagesschau ist das reine Filmen im öffentlichen Raum in vielen Fällen nicht automatisch strafbar. Das heimliche Aufzeichnen eines persönlichen Gesprächs ist dagegen nicht erlaubt. In besonders geschützten oder intimen Situationen gelten weitere Regeln.

Für Sie in Stuttgart und Baden-Württemberg bedeutet das: Das Thema kann überall auftreten. Etwa im Park, im Café, in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Veranstaltungen oder im Freibad. Nicht jede Person mit einer auffälligen Brille nimmt Sie auf. Ein ruhiger und aufmerksamer Umgang ist daher sinnvoller als ein vorschneller Verdacht.

Das können Sie jetzt tun

  1. Achten Sie auf die Situation. Sehen Sie eine kleine Kameraöffnung oder ein leuchtendes Licht am Brillenrand, könnte gerade eine Aufnahme laufen. Das Licht kann jedoch klein und bei Sonne schwer erkennbar sein. Auch eine ungewöhnlich lange Ausrichtung des Kopfes auf Sie kann ein Hinweis sein, ist aber kein Beweis.

  2. Fragen Sie ruhig und deutlich nach. Sie können sagen: „Nehmen Sie mich gerade auf?“ oder „Ich möchte nicht gefilmt oder aufgenommen werden.“ Bitten Sie darum, eine mögliche Aufnahme zu beenden und nicht zu veröffentlichen. Bringen Sie sich nicht in Gefahr und vermeiden Sie eine Auseinandersetzung, wenn die andere Person aggressiv reagiert.

  3. Verlassen Sie bei Bedarf den Aufnahmebereich. Wechseln Sie den Platz oder wenden Sie sich an Beschäftigte, Sicherheitspersonal oder die Veranstaltungsleitung. In Schwimmbädern, Saunen, Arztpraxen oder anderen sensiblen Bereichen sollten Sie auffällige Kamerabrillen sofort dem Personal melden.

  4. Sichern Sie Hinweise auf eine Veröffentlichung. Finden Sie später ein Video oder Foto von sich im Internet, notieren Sie die Internetadresse, den Namen des Kontos sowie Datum und Uhrzeit. Fertigen Sie Bildschirmfotos an. Nutzen Sie anschließend die Meldefunktion der Plattform. Bei Drohungen, Erpressung oder besonders intimen Aufnahmen finden Sie weitere erste Schritte unter /notfall und Unterstützung im /hilfezentrum.

  5. Gehen Sie auch als Besitzer einer Smart Glasses rücksichtsvoll vor. Informieren Sie andere Menschen vor einer Aufnahme und holen Sie deren Zustimmung ein. Nehmen Sie keine persönlichen Gespräche heimlich auf. Prüfen Sie außerdem in der zugehörigen Smartphone-App, ob Aufnahmen automatisch hochgeladen oder für KI-Funktionen verarbeitet werden. Teilen Sie Bilder erst, wenn alle erkennbaren Personen damit einverstanden sind.

Daran erkennen Sie es

Smart Glasses sehen häufig wie gewöhnliche Sonnen- oder Korrekturbrillen aus. Mögliche Hinweise sind eine kleine runde Kameraöffnung vorne im Gestell, breitere Brillenbügel oder ein winziges weißes Aufnahmelicht. Einige Funktionen werden durch Berühren des Bügels oder durch einen gesprochenen Befehl gestartet.

Verlassen Sie sich aber nicht allein auf das Licht. Nach der Einschätzung des Hamburger Datenschutzbeauftragten ist es im Alltag möglicherweise nicht ausreichend sichtbar. Umgekehrt bedeutet eine breite oder technische Brille nicht automatisch, dass Sie aufgenommen werden. Fragen Sie im Zweifel höflich nach und schaffen Sie Abstand, wenn Sie sich unwohl fühlen.

Quellen

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben. Er ist keine Rechtsberatung. Bei Verdacht auf einen laufenden Schaden hilft die Notfall-Anleitung.

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